Gut gerüstet für den Schulbeginn: Von Taschengeld bis GPS-Tracking

Pressemitteilung vom
Für hunderttausende Kinder in Deutschland beginnt in den nächsten Wochen die Schule. Die Verbraucherzentrale Bremen gibt Tipps für einen gelungenen Start und informiert über GPS-Trackinguhren, Taschengeld, Energiespartipps im Klassenraum und ein ausgewogenes Pausenfrühstück.
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Das erste Mal den Schulweg alleine gehen – viele Eltern schwanken zwischen Kontrolle und Vertrauen und überlegen, ihrem Kind zum Schulanfang eine GPS-Trackinguhr zu schenken. Gerade bei jüngeren Kindern kann es beruhigen, durch GPS-Ortung immer zu wissen, wo sich der Nachwuchs befindet. Rechtlich ist das zulässig, wenn das Kind minderjährig ist und die Trackinguhr keine Abhörfunktion hat. Damit die Trackinguhr mit gutem Wissen in der Schultüte landen kann, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • die Eltern behalten die Datenhoheit über das Gerät
  • Datenverarbeitung und -nutzung sind transparent
  • die Trackinguhr verfügt über eine ausreichende Verschlüsselung und bietet Schutz vor dem Zugriff Dritter

„Eine absolute Sicherheitsgarantie gibt es allerdings nicht und die GPS-Ortung greift auch immer in die Freiheit des Kindes ein“, sagt Nicole Bahn, Referentin für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bremen. „Kinder brauchen Vertrauen und eigene Erfahrungsspielräume, um zu wachsen. Im Interesse aller sollte daher verstecktes Tracking vermieden werden.“

Wöchentliches Taschengeld für den Nachwuchs

Kinder, die in die Grundschule kommen, erhalten ab diesem Zeitpunkt häufig ihr erstes Taschengeld. Mit dem ersten eigenen Geld können sie sich kleine Wünsche erfüllen oder auch für größere Anschaffungen sparen. „Das Geld sollte den Kindern frei zur Verfügung stehen“, sagt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. „So erfahren sie selbst, wann sie genug Geld haben, um sich etwas kaufen zu können, oder wann sie noch sparen und damit ein bisschen warten müssen.“ Die Eltern begleiten diesen Prozess am besten und nehmen das Taschengeld zum Anlass, um über einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu sprechen. Kinder in der ersten Klasse erhalten am besten etwa 1 bis 1,50 Euro pro Wochen. Der Nachwuchs soll sich zudem darauf verlassen können, dass das Taschengeld regelmäßig ausgezahlt wird. „Das bedeutet auch, dass Eltern den kleinen Zuschuss nicht als Belohnung oder Bestrafung verwenden“, sagt Thomas Mai.

Energie sparen im Klassenraum

Lehrerinnen und Lehrer, die im Klassenraum darauf achten, Energie einzusparen, sind ein tolles Vorbild für ihre Schülerinnen und Schüler. Sie können zum Beispiel in den kalten Monaten darauf achten, die Thermostate in den Klassenräumen nicht auf Stufe fünf zu setzen. „Die Stufen auf der Skala des Thermostats geben keine Geschwindigkeit an, sondern stehen für die Raumtemperatur, die mit dieser Stufe erreicht wird. So steht bei vielen Thermostaten die Stufe drei für eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. Sobald die eingestellte Raumtemperatur erreicht ist, unterbricht das Ventil die Wärmezufuhr und beginnt damit erst wieder, wenn die Raumtemperatur sinkt“, erklärt Inse Ewen, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Bremen.

Bevor es in die wohlverdiente Pause geht, achtet die Klasse darauf, das Licht zu löschen, damit nicht unnötig Strom verbraucht wird. Und nicht vergessen: Je mehr Personen sich im Klassenraum befinden und je aktiver sie sind, desto öfter muss täglich gelüftet werden.

Tipps für ein ausgewogenes Pausenfrühstück

Ein ausgewogenes Pausenfrühstück besteht aus den vier Bestandteilen Getränke, Obst und Gemüse, Brot und Getreideprodukte sowie Milch und Milchprodukte. Um den Durst zu löschen, trinken Kinder am besten klares Wasser, ungesüßte Tees oder dünn gemixte Fruchtschorlen. Limonaden, Cola, Eistee und Fruchtsäfte enthalten zu viel Zucker. In der Brotdose sollte zudem täglich eine reichliche Portion frisches Obst und Gemüse landen. Handliche Sticks und Sorten der Saison wecken den Appetit. Bei der Wahl des Brotes greifen Eltern am besten zu Vollkornbrot. „Es bietet mehr Inhaltsstoffe als Backwaren aus Weißmehl. Eltern können verschiedene Brotsorten ausprobieren und die Scheiben mit leckerem Belag oder Aufstrichen belegen“, empfiehlt Katja Quantius, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Milch und Milchprodukte sind wichtige Calciumlieferanten. Ein kleines Glas fettarme Milch, ein kleiner Joghurt oder eine Scheibe Käse deckt bereits eine Portion ab. Fertige Fruchtjoghurts oder Kinderquarks sollten vermieden werden, da diese oft viel Zucker enthalten. Besser eignen sich mit Obst verfeinerte Naturjoghurts und Quark.

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