Unabhängiger werden von fossilen Energien - Klimaschutz und Weltfrieden

Pressemitteilung vom
Die Zeit ist reif für dringende Veränderungen: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bremen informiert, wo am meisten Energie eingespart werden kann – in Eigenleistung und ohne große Investitionen. Tipp 1 widmet sich dem Thema Heizen.
Weltkugel und Menschen
Off

Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, um Energie im Haushalt einzusparen. „Die höchsten Energieverbräuche und -kosten entstehen in privaten Haushalten beim Heizen“, erklärt Raymond Krieger, Energieberater für die Verbraucherzentrale Bremen. Rund 70 Prozent der Endenergie wird zur Erwärmung des Wohnraums genutzt. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale fasst die wichtigsten Tipps zum Thema Heizen zusammen und ordnet sie in ihrer Effektivität ein.

Energieverbrauch in Haushalten nach Nutzung

1. Sparen mit dem richtigen Dreh

Eine der wirksamsten Maßnahmen ist das Thermostatventil runterzudrehen: Die Thermostateinstellung bestimmt die Raumtemperatur. Die einzelnen Stufen stehen für folgende Raumtemperaturen:

  • 5 = 28°C
  • 4 = 24°C
  • 3 = 20°C
  • 2 = 16°C
  • 1 = 12°C
  • * =    6°C („Frostwächter“)
  • 0 =   AUS (nicht bei allen vorhanden)

Was bringt das Pulli tragen?

Liegt die Innentemperatur zum Beispiel bei 24 Grad Celsius, während die Außentemperatur im Mittel der Heizsaison 5 Grad Celsius beträgt, besteht eine Differenz von 19 Grad Celsius. 

  • Wird die Temperatur beispielsweise von 24 Grad Celsius auf 20 Grad Celsius gesenkt, sinkt der Verbrauch um etwa 20 Prozent.

Risiken und Nebenwirkungen des Drehs am Thermostatventil

Ein Nachteil ist die weniger kuschelige Raumtemperatur, und die Einsparung erfolgt lediglich im runtergeregelten Raum. „Um wirklich den entsprechenden Anteil von der Jahresrechnung zu sparen, müssten alle beheizten Räume in der gesamten Heizsaison entsprechend weniger beheizt werden“, sagt Energieexperte Krieger. „Die Energieverluste, zum Beispiel durch den Schornstein, Kessel und durch Rohre im Unbeheizten , ändern sich aber kaum, wenn die Raumtemperaturen gesenkt werden. Deshalb fällt die Ersparnis etwas geringer aus“, so Raymond Krieger weiter. 
Bei hoher Raumluftfeuchte muss unbedingt gelüftet werden, damit kein Schimmelpilz  entsteht: Ein Hygrometer ist ratsam, um die Luftfeuchtigkeit kontrollieren zu können. Zudem sollten bei unterschiedlich beheizten Räumen die Innentüren geschlossen bleiben. Andernfalls heizt der Raum mit der höchsten Thermostateinstellung die restlichen Räume mit und der Einspareffekt wird sehr klein.

2. Sparsame Heizungsregelung

Die Regelung am Heizkessel bietet einige Optionen, um den Verbrauch zu reduzieren:

  • Die Heizzeiten knapper einstellen: So wird nur geheizt, wenn jemand zu Hause ist. 
  • Um Heizenergie zu sparen, kann die Vorlauftemperatur der Heizung in der Nacht bzw. bei längerer Abwesenheit am Tag reduziert werden oder der Kessel ganz abgestellt werden. 
  • Ein letzter Tipp: Senken Sie die Heizgrenztemperatur. Sie bestimmt, ab welcher Außentemperatur die Heizung anspringt.

Was bringt die Heizungsregelung?

Die Spannbreite der Einsparung ist hier groß. Ist die Regelung der Heizung bereits optimiert, ist keine weitere Einsparung möglich. Die Erfahrungen aus über vierzig Jahren Energieberatung der Verbraucherzentrale und über einige Tausend Heizungsberatungen im Jahr zeigen, dass Heizungen nur selten optimiert sind. Bei einer schlecht eingestellten Heizung in einem ungedämmten Haus sind Einsparungen bis zu 15 Prozent möglich. 

Risiken und Nebenwirkung der geänderten Heizungsregelung

Werden Heizzeiten knapper bemessen, geht der Komfort außerhalb dieser Zeiten zurück. Das heißt: Startet die Heizung laut Regelung um 17 Uhr, ist das Haus für Bewohner:innen, die um 16 Uhr nach Hause kommen, vielleicht noch kühl. 
Besuchen Sie auch unseren Online-Vortrag „Photovoltaik- Ist das etwas für mich?“ am 14.06.2022. 
Die Anmeldung erfolgt online unter www.verbraucherzentrale-bremen.de/veranstaltungen. Weiterführende Informationen zum Thema Energiesparen erhalten Sie ebenfalls auf www.verbraucherzentrale-bremen.de. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
 

Über uns:
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte unabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucher:innen mit derzeit über 700 Energieberater:innen und an mehr als 900 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Jedes Jahr werden mehr als 150.000 Haushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise Energiesparen, Wärmedämmung, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien. Die durch die Beratungen eines Jahres bewirkten Energieeffizienzmaßnahmen führen zu einer Einsparung an Energie, die einem Güterzug von über 100 km Länge voller Steinkohle entspricht.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Logo des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

Nahaufnahme eines Rezeptscheins vom Arzt, auf dem "Privat" als Krankenkasse eingetragen ist.

Beitragssteigerung bei privater Krankenversicherung: Was nun?

Viele privat Krankenversicherte waren in letzter Zeit von deutlichen Beitragserhöhungen betroffen. Wir zeigen Wege, wie Sie auf einen solchen Bescheid reagieren, wo Sie eventuell Geld sparen können und nennen die jeweiligen Vor- und Nachteile.
Sparschwein steht auf Münzen vor Notizblock und Taschenrechner

Musterfeststellungsklage gegen Sparkasse Märkisch-Oderland

Die Sparkasse Märkisch-Oderland hat vielen Prämiensparern nach Ansicht der Verbraucherzentrale jahrelang zu wenig Zinsen gezahlt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt deshalb gegen die Sparkasse. Am 26. Februar 2025 urteilte das Brandenburgische Oberlandesgericht. Um höhere Nachzahlungen für die Betroffenen zu erwirken, geht der vzbv nun vor den Bundesgerichtshof (BGH).
Hände mit Geldbörse und Taschenrechner von Rechnungen

Musterfeststellungsklage gegen GASAG AG

2. Dezember 2021: Kunden:innen der GASAG in der Grund- oder Ersatzversorgung mit Gas zahlten vor diesem Datum 6,68 Cent pro Kilowattstunde. All jene Verbraucher:innen, bei denen der Belieferungsbeginn zwischen dem 2. Dezember 2021 und dem 30. April 2022 lag, zahlten mehr als 18 Cent. Der Tarif für Bestandskund:innen blieb wesentlich günstiger. Davon betroffen sind zehntausende Verbraucher:innen. Für sie kann sich der Preisunterschied schnell auf hunderte von Euro summieren und existenzbedrohend sein. Der vzbv hält das „Zweiklassensystem“ der GASAG für unrechtmäßig und will mit der eingereichten Musterfeststellungsklage den Betroffenen helfen.